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Berufsbild Operator

Der Beruf des Schwenkers war bis Anfang der 60er Jahre eine selbstverständliche Position im Mitarbeiterstab deutscher Spielfilmproduktionen.
Aus gutem Grund gehörte die Arbeit als Schwenker zur Ausbildung zum Kameramann (Kinematografen).

Im Zuge des Niedergangs der deutschen Filmindustrie und dem Aufblühen des Jungen Deutschen Films, ist dieser Berufszweig so gut wie ganz aus den Stablisten deutscher Spielfilmproduktionen verschwunden. Heute ist die Besetzung mit SchwenkerInnen eher die Ausnahme.

Eine anerkannte Berufsausbildung zum Schwenker gibt es in Deutschland nicht. In Anlehnung an den "klassischen Weg" der Ausbildung sollte daher auch heute die Schwenkerin vor dieser Tätigkeit als Materalassistentin und 1. Assistentin im Kinospielfilmbereich gearbeitet haben.

Zum Aufgabenbereich des Schwenkers gehört:

  1. die umfassende Kenntnis der technischen Ausrüstung: Neuerungen, Einsatzmöglichkeiten, Wirkungsweisen und die Vorstellung über das Verhältnis von Kostenaufwand und gewünschter Wirkung
     
  2. die handwerkliche Beherrschung der Kameraführung
  3. die Umsetzung der Szenenauflösung in Kameraeinstellungen und deren technische Realisierung

  4. 3.1. Kenntnis bild- und filmästhetischer Mittel
    3.1.1. Wissen um Filmschnitt
    3.1.2. Beherrschung von Kamera- und Spielachsen
    3.1.3. Grundverständnis von Dramaturgie und Schauspielführung

    3.2. das Einrichten des Bildes

    3.2.1. der bewußte Umgang mit den unterschiedlichen Bildaufnahmegrößen (Formaten), vor allem im Zusammenhang mit der Auswahl der verschiedenen Einstellungsgrößen, besonders im Hinblick auf die spätere Auswertung (Kino, TV) und den Einsatz unterschiedlicher Brennweiten
    3.2.2. Die Überwachung des Drehbühnenaufbaus, u.U. vorherige Mitplanung aufwendiger Einstellungen durch Bereitstellung von spezieller Ausrüstung
    3.2.3. Die Beobachtung des Lichtaufbaus zur Vermeidung von Einstrahlungen (Lampen), Kameraschatten, Kabel, und dergleichen
    3.2.4. Mitarbeit bei der Koordinierung von Kamera- und Schauspielerbewegungen
    3.2.5. Übersicht über die Schnittfolge, speziell bei achronologischem Drehen
    3.2.6. Koordinierung der Kameraeinstellung mit den anderen an der Einstellung beteiligten Abteilungen (Ausstattung, Maske, Kostüm, Ton etc.)
    3.2.7. Letzte Überprüfung der Kameraeinstellung vor dem Schlagen der Klappe

    3.3.Bewertung der Einstellung nach dem Drehen


Früher galt: Die SchwenkerInnen haben als einzige die fertige Kameraeinstellung vor den Mustern gesehen! Aber auch in heutigen Zeiten von Videoausspiegelung/Bildausspielung ist die aktive Bewertung der gedrehten Einstellung durch die Schwenker essentiell wichtig und unerlässlich.

Berufsbild: Steadicam-Operator

Die Tätigkeit des Steadicam-Operators stellt einen eigenen Berufszweig innerhalb der Sparte Kameramann dar. Wie schon seit langem in den USA setzt sich auch bei uns immer mehr die Erkenntnis durch, daß Steadicam "nebenbei" betrieben nicht zu den gewünschten und den Möglichkeiten des Gerätes adäquaten Ergebnissen führt.
Die Voraussetzungen für die Ausübung dieses Berufes sind mit denen des Operators (Schwenkers) weitgehend identisch, d.h. umfassende Kenntnisse im Bereich Bildgestaltung, szenische Auflösung, optische Achsen, Schnittechnik etc. sind unabdingbar. Der Umgang mit Steadicam nach Gebrauchsanweisung ist nicht erlernbar. Der mehrfache Besuch von Steadicam-Workshops sowie regelmäßiges, intensives Training mit dem Gerät sind unbedingt erforderlich.

Der Umstand, daß Steadicam-Einsätze häufig nur tageweise stattfinden und dies in Teams, die schon längere Zeit zusammenarbeiten, setzt eine besondere Flexibilität und Erfahrung des Operators voraus; er muß sich in kürzester Zeit in den Ablauf einfügen und mit Regisseur und Kameramann kreativ zusammenarbeiten können. Der Steadicam-Operator sollte in der Lage sein, auf Wunsch eigene Vorschläge für Kamerabewegungen zu machen, da er als Spezialist die universellen Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Geräts am besten kennt.
Durch die nahezu grenzenlose Beweglichkeit des Systems sind oft unkonventionelle Lösungen in der Lichtgestaltung notwendig; auch hier sollte er dem Kameramann bei Bedarf eine Hilfe sein können, d.h. er muß auf dem Gebiet der Lichtführung solide Kenntnisse besitzen.

Der Komplexität dieses Berufes entsprechend hat der BVK besonders strenge Maßstäbe bei der Aufstellung der nachfolgenden Sparte Steadicam-Operator angelegt. Die dort aufgeführten Kollegen verfügen über die erforderlichen Kentnisse, können umfassende Erfahrungen in der Praxis vorweisen und tragen die Berufsbezeichnung Steadicam-Operator zu Recht.